Der Sauerbrunnen (Börnchen)

Das bereits 1227 erwähnte Börnchen, bis zum 16. Jahrhundert ein Schwall- danach ein Sauerbrunnen, befand sich bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts mitten in den Weinbergen. Die Dorfjugend wurde zur Brunnensäuberung herangezogen ("Die Jungen haben den Born gefegt.") und erhielt dafür von der Gemeinde ein Entgelt. Die Quelle, die vielen Generationen köstliches Wasser spendete, war noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts so beliebt, dass 1910 ein Angebot der Firma Fritz Erle/Köln über 3000 Mark an die Gemeinde Kamp erging, einen Sauerbrunnen zu errichten mit dem Bemerken, allen Einwohnern Kamps in irgendeiner Weise den kostenfreien Bezug des reinen Brunnenquell- wassers als Trinkwasser zu liefern. Leider blieb es bei dem Angebot und der Gemeinderat beschloss zu einer Zeit, als der Hohlweg längst bebaut war, das Börnchen nicht mehr herzurichten, da einer Wiedereröffnung ganz erhebliche gesundheitsgefährdende Bedenken entgegenstünden (15.6.1971). Damit ging ein Wahrzeichen Kamps verloren, an das nur noch ein Neckname erinnert (Kämper Bornschisser). Geblieben ist aber das Kamper...

Börnches Lied:

Mir in Kamp honn de Born
do druff honse all en Zorn
denn uus Börnche
hott gut Wässerche
uus ganz Ernt, Weiz und Korn
wird gedrösch bei uus am Born
tränkste Born,
dann tränkste Kämber Blut.

Nach dem Erfolg der 1050-Jahr-Feier im Jahr 2000 entschloss sich das Gremium zur Organisation der Feierlichkeiten zum Projekt "Wiederaufbau des Börnchens". Das Projekt wurde in diesem Jahr nach einem Entwurf der beiden jungen Architekten Stephanie und Helge Möller und mit Unterstützung der Brüder Heinz und Harry Bach umgesetzt. Die über 2 Meter hohe Pumpvorrichtung gestaltete der ortsansässige Schlossereibetrieb von Bernhard Uhl als wahres Kunstwerk. Damit ging für viele Bürgerinnen und Bürger mit der feierlichen Einweihung am 2. Oktober 2004 ein Traum in Erfüllung.